HK-T500

Der HK-T500 war der erste 500er Heli von Hobbyking und laut den Äußerungen in einigen Foren sehr gefährlich, da der Rotorkopf den Belastungen im Flug nicht standhält und oft schon beim hochlaufen auf Flugdrehzahl auseinander fliegt. Das einzige, was bei meinem Exemplar wirklich mangelhaft war, waren die Taumelscheibe, die Kugelpfannen, das Heckrotorgehäuse und die Rotorblätter. Letztere waren gleich nach dem auspacken ein Fall für die Entsorgungskiste, die Taumelscheibe hat ca. 10 Flüge gehalten und wurde durch eine Alu-Taumelscheibe aus Kleinserie ersetzt. Wieso 40 € für eine Align-Taumelscheibe ausgeben, wenn das edlere Kleinserien-Exemplar nur 5 € mehr kostet? Diese Entscheidung entpuppte sich als richtig, die Taumelscheibe ist bis heute (Juni 2016) extrem spielarm und erlaubt präzises fliegen. Da ich den Heli von Anfang an auf einen Starrantrieb für den Heckrotor umrüsten wollte, hat das Heckrotorgehäuse mit den etwas zu großen Lagersitzen nicht gestört.

Die Fotos wurden von Gerd Giese aufgenommen und mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Die folgenden Fotos stammen von Kwai Quick, aufgenommen auf dem Modellflugplatz Wanna. Vielen Dank für die schönen Aufnahmen!

Anfangs wurde der Heli mit altbewährten Helitec HT-435-DF Rotorblättern bei 1800 Umdrehungen Kopfdrehzahl geflogen. So war auf Anhieb ein feinfühliger Flug möglich. Egal ob Schwebeflug, langsame Rundflüge oder schnelle Platzüberflüge mit Turns und Stallturns als Wendefiguren, der Heli hing immer gut an den Knüppeln und folgte jedem Steuerbefehl sehr präzise. Für diesen Flugstil sind 1800 Umdrehungen für den Rotor mehr als genug. Damit ist auch leichter Kunstflug möglich und die Flugzeiten lagen zwischen 12 und 15 Minuten. Der Heli hatte sich nach über 250 Flügen (Stand 31. 05. 2015) als sehr zuverlässig erwiesen. Der 4S 5000 mAh 20C Turnigy Lipo paßte gerade so unter die GFK-Haube, die leichte Kopflastigkeit durch das Akkugewicht konnte einfach ausgesteuert werden. Seit 2014 fliegt der Heli mit den leichteren MultiStar 4S 5200 mAh 10C Lipos, damit paßt der Schwerpunkt perfekt und bei Vorwärmung auf 30 - 35 Grad Celsius ist die Spannungslage gut genug, um mit gleichmäßiger Drehzahl zu fliegen. Diese Akkus sind auch etwas kleiner, sodaß sich damit die Platzprobleme unter der Haube erledigt hatten.

 

Dann wurde auch mit den neuen Helitec S-Schlag geflogen, bei 1500 - 1600 Umdrehungen war das Flugverhalten sehr ruhig und ausgewogen. Vor allem im Schwebeflug war der Heli mit den S-Schlag Blättern stabiler als mit allen anderen bis dahin ausprobierten Blättern. Aber auch im Rundflug überzeugten diese Blätter voll, sie sind leise und vermitteln ein tolles Steuergefühl. In Verbindung mit den leichteren 4S 5200 mAh 10C MultiStar Lipos konnte der Heli damit bis zu 20 Minuten fliegen.

 

Nach erscheinen der neuen RotorStar Blätter bei Hobbyking wurde der Heli damit geflogen, wieder mit 1800 Umdrehungen. Die RotorStar Blätter ermöglichten im Vergleich zu den Helitec HT-435-DF ein noch ruhigeres Flugverhalten. Die Qualität und Verarbeitung dieser Blätter ist erstaunlich gut und braucht sich hinter europäischen Markenblättern nicht zu verstecken. Blattschwerpunkt und Balance passen perfekt, und der Austausch ergab mit den neuen RotorStar Blättern einen auf Anhieb perfekt passenden Blattspurlauf. Die Ruhe im Schwebeflug ist fast mit den Helitec S-Schlag vergleichbar, im Rundflug sind die Unterschiede minimal. Mit den RotorStar Blättern hat der Heli dann auch viele Flugstunden absolviert, bevor ich wieder den ursprünglichen Plan verfolgte. Nämlich Drehzahl so weit wie möglich runter und Flugzeit rauf. Leider wobbelte der Heli bei weniger als 1500 Umdrehungen mit den Helitec S-Schlag Blättern, also flog ich gefrustet erstmal wieder die RotorStar mit 1800 Umdrehungen. Aber der Plan mit der Drehzahlreduzierung wurde nie vergessen und blieb auf der Liste der Abstimmungsarbeiten!

 

Seit August 2015 wird mit einem Hobbywing Platinum V3 50 A Regler im Governor-Store Modus geflogen, außerdem mußten die wirklich sehr guten RotorStar-Blätter vorläufig wieder den Helitec S-Schlag weichen. Und da ich gerade richtig in Bastellaune war, wurden auch Gyro und Heckservo getauscht. Als Heckservo ersetzte ein Turnigy TGY-616MG das getriebeseitig ausgeleierte Power HD 3688HB, und ein Assan GA-250 MEMS Gyro den leicht driftenden HK-401B Piezo. Damit konnte die Drehzahl zwar wieder auf 1500 Umdrehungen zurückgenommen werden, niedriger ging aber nicht, weil der Heli wieder über Nick wobbelte. Als gedachte Lösung habe ich die immer noch recht stramme Kopfdämpfung durch beschneiden der Dämpfungsgummis deutlich weicher gemacht, leider brachte diese Maßnahme keinerlei Verbesserung. Als ich dann von einem Freund, der auf meine eckigen S-Schlag-Blätter scharf war, seine halbsymetrischen Spinblades montieren durfte, flog der Heli mit 1300 Umdrehungen auf Anhieb wobbelfrei und ruhig. Also haben wir getauscht und ich kann dank der 5 Jahre alten halbsymetrischen Spinblades endlich extrem energiesparend fliegen. Dabei zeigt der Hobbywing Platinum V3 sich selbst bei 65 % Gas senderseitig für 1300 Umdrehungen von seiner besten Seite und hält die Drehzahl sehr exakt. Die Flugzeiten liegen jetzt bei bis zu 25 Minuten, was für einen so schwergewichtigen 500er Heli eine tolle Leistung darstellt. Dank der IISI Telemetrie kann ich jetzt so lange fliegen, ohne mir um den Flugakku Sorgen machen zu müssen.

 

Insgesamt hat dieser Heli jetzt weit über 100 Flugstunden absolvieren können, ohne daß es zu einem Defekt oder Ausfall kam. Der angeblich "grottenschlechte und gefährliche" HK-Heli hat bewiesen, daß in manchen Foren viel Quatsch getextet wird.

 

 

Ausstattung:

 

Rotorblätter: Spinblades halbsymetrisch

Motor: Hobbyking H500 1600 KV, leider nicht mehr gelistet

Regler: Hobbywing Platinum V3 50 A

Servos Taumelscheibe: Turnigy MG930

Heckrotorservo: Turnigy TGY-616MG

Gyro: GA-250 Mini-MEMS Gyro

Akku: MultiStar 4S 5200 mAh 10C

Starrantrieb: Umrüstsatz

 

 

Beim Umbau im August 2015 wurde auch alles auf Verschleiß geprüft, bis auf 4 Kugellager war aber keiner feststellbar. Die Lager der Heckrotorwelle und der Zwischenwelle waren etwas ausgelaufen und liefen rauh, diese wurden ausgetauscht. Alle anderen Lager waren noch top in Ordnung. Auch das Getriebe zeigt bis heute keinerlei Verschleiß. Die niedrigen Drehzahlen sind noch materialfreundlicher als ich erwartet hatte!

Die Getriebe sind noch wie neu und ohne Verschleißspuren.

Hier hatte ich sichtbaren Verschleiß erwartet, wurde aber angenehm enttäuscht. Die Dämpfungsgummis sehen nach hunderten von Flügen immer noch sehr gut aus und konnten neu eingefettet wieder verwendet werden. Es sind immer noch die originalen Dämpfungsgummis aus dem Montagekasten des HK-T500. Auch die Drucklager sind immer noch die ersten aus dem Montagekasten des Helis. Bis auf die 4 genannten Kugellager hat der Heli trotz der vielen Flugstunden keinen Verschleiß. Das beweist, daß niedrige Drehzahlen das Material sehr schonen und daß das "billige" Material des HK-T500 für vorbildähnliches fliegen mehr als geeignet ist. Eine Beobachtung, die ich auch bei mehreren "billigen" 450er Helis schon gemacht hatte und die sich auch mit dem HK-500 GT und HK-600 GT bestätigte.

 

Zum Schluß noch ein Screenshot des Logs eines fast 20 Minuten dauernden Fluges:

Mit den MultiStar 4S 5200 mAh Lipos kann ich bei passender Temperatur 25 Minuten fliegen, dabei zieht der Antrieb sich sparsame 4200 mAh rein. Dank meines weichen Flugstils im Rundflug ist diese Flugzeit bei passenden Wetterbedingungen reproduzierbar. Viel Wind darf nicht sein, die Lufttemperatur sollte nicht unter 18 Grad Celsius sein und auch nicht über 30 Grad. Es wird später noch ein Log eines 25-Minuten Fluges geben.