Hobbyking Servos

Servos von Hobbyking

Wer meint, daß es bei Hobbyking nur billige Servos mit entsprechenden Mängeln gäbe, der irrt sich gewaltig. Es gibt dort durchaus preiswerte Servos, die trotz des niedrigen Preises qualitativ gut oder sogar sehr gut sind. Teilweise findet man in der unteren Preisklasse sogar Servos, die eine einfach oder sogar doppelt kugelgelagerte Abtriebswelle haben. Manche davon haben präzise gefertigte Getriebe, die nur sehr wenig Spiel aufweisen. Es gibt bei Hobbyking Servos, die preislich eher Mittelklasse sind, technisch und qualitativ aber zur Spitzenklasse gehören.

 

Hier stelle ich Servos vor, die ich selbst fliege, auch in Helis, und die ich aus meiner Erfahrung heraus empfehlen kann. Ich werde aber auch Servos vorstellen, die nicht so gut sind. Bei jedem Servo gebe ich Empfehlungen, wofür es gut einzusetzen ist.

 

Ein paar Worte zum Innenleben von Servos allgemein muß ich an dieser Stelle noch loswerden. Es gibt bei Hobbyking viele Servos, die ganz "oldschool" aufgebaut sind, also mit Kabeln zwischen Platine und Poti und zwischen Platine und Motor. Heute heißt es oft, daß man solche Servos wegen ihrer Unzuverlässigkeit nicht einsetzen sollte. Nun, in den 1970er bis 1990er Jahren war diese Technik noch Standard und viele der Servos waren bekannt dafür, den Charme einer Beißzange zu haben - nämlich äußerst robust und zuverlässig zu sein. Ob es Standardservos wie das robbe/Futaba S-122 und RS-10 oder hochwertige und teure Servos wie Multiplex Profi und Profi BB waren, sie alle hatten eine an den Kabeln hängende Platine, die zusätzlich von festem Schaumstoff fixiert wurde. Trotzdem wurden diese Servos in den damaligen Modellen mit Verbrennungsmotoren erfolgreich eingesetzt und erwiesen sich dabei als robust und zuverlässig. Beim Multiplex Profi BB gab es den Tip, den nur eingeclipsten Motor des Servos mittels Pattex einzukleben, damit genügte das Servo höchsten Ansprüchen und wurde für Modellhelis zu einem der besten Servos seiner Zeit. Wobei es durchaus gängige Praxis war, das Metallgetriebe dieser Servos selbst nachzuschmieren, da Multiplex hier mit Fett meistens recht geizig war. Endkontrolle und Nachbesserung durch den zahlenden Kunden gab es also auch "damals" schon!

 

Trotz ihres Alters sind immer noch viele dieser Servos unermüdlich im Einsatz, teilweise sogar noch in Helis, und beweisen damit, daß sie ihre damaligen Kaufpreise mehr als wert waren.

 

robbe/Futaba setzte als einer der ersten Hersteller auf die drahtlose Montagetechnik der Platine, indem die Platine direkt mit dem Motor verlötet wurde und die Verbindung zum Poti durch feste Drähte hergestellt wurde. Dadurch war die Platine auch mechanisch einwandfrei fixiert. Beispiele für diese neue Technik in Servos sind das robbe/Futaba S-148 und das Graupner C-512.

 

Ich besitze selbst noch einige alte bzw. sehr alte robbe/Futaba und Graupner Servos. Fast alle davon sind noch voll funktionsfähig und auch noch im Einsatz, wobei sie keine Schwächen zeigen. Ein paar der alten Servos mußte ich vorübergehend ausmustern, weil die Isolierungen der Servokabel spröde und brüchig geworden waren. Mit neu auf den Platinen angelöteten Servokabeln funktionieren diese Servos nun immer noch einwandfrei.

 

Ok, zurück zu den Hobbyking Servos. Ich teste jedes Servo nach Erhalt erstmal am Servotester, indem es dort 5 Minuten lang mit seiner unteren Betriebsspannung langsam laufen lasse. Ist ein Servo schadhaft oder defekt, wird es in dieser Zeit ausfallen oder lautstark auf den Defekt aufmerksam machen, zum Beispiel ein überspringendes Getriebe. In so einem Fall werden Fotos und ein Video vom Versagen gemacht und das Servo reklamiert, was in der Regel problemlos abläuft. Zeigt das Servo nach den 5 Minuten keine Fehler und ist auch nicht heiß gelaufen, kann es vorsichtig geöffnet werden.Jetzt wird kontrolliert, ob die Lötstellen einwandfrei aussehen, und wenn dort alles ok ist, wir ddie Schmierung des Getriebes kontrolliert und eventuell nachgeschmiert. Eine lose an den Kabeln hängende Platine kann jetzt zusätzlich mit festem Schaumstoff gepolstert werden. Dann wird das Servo wieder zusammengesetzt und kommt nochmal an den Servotester. Wurde das Getriebe nachgeschmiert, läßt man es zur besseren Verteilung des Fettes nochmal 5 Minuten langsam laufen. Mit dieser Methode arbeite ich bei allen Servos, die ich bekomme, und habe damit nur die besten Erfahrungen gemacht. Selbst "billige" Servos laufen bei mir einwandfrei und tun teilweise seit 4 Jahren zuverlässig ihren Dienst.

 

Mein ältestes Servo von Hobbyking ist ein TGY-306G-HV, das im November 2012 gekauft wurde und seitdem unermüdlich als Heckservo in einem 450er Heli arbeitet.