Lipozellen Messkabel

Meßkabel für einzelne Lipozellen

Sicher, es gibt die Lipo-Checker, aber leider sind diese oft extrem ungenau. Im Prinzip sind sie gut dafür, vor einem Flug zu prüfen, ob man einen frisch geladenen oder schon geflogenen Lipo in der Hand hat. Für eine genaue Aussage über die Zellendrift reicht die Genauigkeit der Lipo-Checker meistens nicht, da ist ein preiswertes Digitalvoltmeter (DVM) wesentlich besser. Mit den mitgelieferten Prüfkabeln kommt man zwar prima an den Stromanschluß ran, aber am Balancerstecker wird es fummelig und mit etwas Pech fabriziert man damit einen Kurzschluß. Das kann die Prüfspitzen verdampfen lassen oder den ganzen Kram dermaßen zusammenschweißen, daß uns das Balancerkabel wegbrennt und der Lipo unbrauchbar wird. Außerdem ist das brandgefährlich, denn ein dermaßen mißhandelter Lipo kann unberechenbar sein, die Lötstellen unter dem Schrumpfschlauch können durch den Kurzschluß geschädigt werden und der Lipo kann später "grundlos" anfangen zu brennen. Mit wenigen Minuten Arbeit und wenig Materialaufwand kann man sich aber ein Prüfkabel für den Balanceranschluß der meisten Lipos selbst basteln. Viel an Material braucht man dafür nicht.

Das Turnigy DVM von Hobbyking ist erstaunlich genau, dazu brauchen wir noch etwas Kabel mit ca. 0.5 mm² Querschnitt, je 1 Bananenstecker in rot und schwarz oder 4 mm Goldkontaktstecker, eine Pfostenleiste mit 2.54 mm Standard-Rastermaß, etwas Schrumpfschlauch, etwas Elektronik-Lötzinn mit ca. 0.5 - 1 mm Durchmesser und einen Lötkolben mit ca. 25 Watt. Eine sogenannte "helfende Hand" erleichtert diese Bastelei sehr, und man sollte natürlich wissen, wie man sauber lötet.

Zuerst trennen wir vorsichtig einen 2er Stecker von der Pfostenleiste ab und verzinnen die kürzeren Enden mit Hilfe der helfenden Hand. Anschließend können die beiden Kabelabschnitte verzinnt und angelötet werden. Danach isolieren wir die Lötstellen mit etwas Schrumpfschlauch, natürlich mit Hilfe des Lötkolbens. Ein Feuerzeug ist dafür ungeeignet, dabei können sich Säuren absondern, außerdem würde die Flamme den Pfostenstecker schmelzen. Damit ist die eine Seite unseres neuen Prüfkabels bereits fertig.

Wer jetzt 4 mm Bananenstecker in seinem Vorrat findet oder welche gekauft hat, braucht jetzt nur noch die freien Kabelenden leicht verzinnen und die Bananenstecker anschrauben. Aber es geht auch mit den 4 mm Goldkontaktsteckern prima, wenn man es so macht wie auf den Fotos zu sehen. Das Kabel wird einfach durch das meistens vorhandene Loch geführt, dort umgebogen und leicht verdrillt. Das hält dann schon so gut, daß man es ganz einfach löten kann. Das mit beiden Enden machen, und dann nur noch Schrumpfschlauch drüber. Schon ist unser neues Prüfkabel fertig.

Fertig und einsatzbereit.

Jetzt können wir jede einzelne Zelle unserer Lipos messen, ohne Gefahr eines Kurzschlusses oder Fummelei mit den normalen Prüfspitzen. Unser neues Prüfkabel hat einen sehr sicheren Kontakt im Balancerstecker und somit können wir die Zellenspannungen unserer Lipos sehr genau vergleichen. Damit kommt man Lipos auf die Schliche, die gegen Kapazitätsende stark zu driften beginnen, und man kann damit schlecht arbeitenden Balancern von Ladegeräten auf die Spur kommen. Und davon gibt es leider sehr viele, besonders im Billigbereich. Auf dem Modellflugplatz sehen wir mit unserem Meßgerät auch sehr genau, in welchem Zustand sich ein Lipo befindet, ob er voll aufgeladen und einsatzbereit ist oder ob er aufgeladen werden sollte.

 

Außerdem kann man so einen Akku mitsamt Meßgerät fotografieren, ohne daß Jemand zur Mithilfe überredet werden muß. Das ist für eine eventuelle Reklamation eines gerade gelieferten Lipos sehr hilfreich.

 

Unser neues Prüfkabel paßt übrigens für alle Balanceranschlüsse mit 2.54 mm Rastermaß, das sind die XH ("China-Stecker", inzwischen meistverwendetes System) und EH (robbe, Kokam, SLS) Balancerstecker. Die XH haben sich als Quasi-Standard etabliert.